Donnerstag, 2. August 2012

Erster Arbeitstag

Uuund schon wieder habe ich viel zu lang nichts geschrieben. Und weil ich grad eher unmotiviert bin, werde ich hier vllt. kurz abhandeln, was im letzten Monat so passiert ist und dann nur einen Bericht über gestern, den ich für anderswo geschrieben habe, leicht anpassen, damit ich ihn hier veröffentlichen kann.

Zunächst habe ich am 11.07. einen Vortrag gehalten und bin nicht gestorben. Er muss sogar ziemlich gut gewesen sein, denn die Diskussion ging tatsächlich um den relevanten Punkt/den Kern des Themas.
Davor hatte ich mit der Sekretärin gesprochen, die mir Formulare geschickt hatte, die ich bitte ausgefüllt mitbringen sollte. Hab ich auch (und vergessen, meinen ersten Vornamen zu unterstreichen, um den als Rufnamen zu kennzeichnen - jetzt kann sich die Uni nicht entscheiden, ob sie mich mit einem oder mit zwei Vornamen anschreiben) und dazu kam eine ellenlange Liste mit Dingen, die ich in beglaubigter Kopie vorlegen sollte.. nach etwas Email-Verkehr war klar, dass ich zum einen mitnichten all das in Kopie vorlegen muss und zum anderen die Beglaubigungen von ihr vor Ort gemacht werden können. Den Tag vorher hab ich trotzdem mit viel Rumgerenne und -telefoniere verbracht, um ein Führungszeugnis, einen Lohnsteuerkartenersatzwisch und eine Geburtsurkunde aufzutreiben bzw. zu beantragen.
Es hieß dann, sie hoffen alles zum 1.8. fertig machen zu können und im weiteren Verlauf immer, ich solle dann am 1.8. kommen und den Vertrag unterzeichnen ehe ich auch nur einen Bleistift anfasse.

Mit S., meinem Postdoc und "Betreuer", und seiner Frau E., habe ich dann zu Mittag gegessen und mich gut unterhalten. Danach hab ich mit S. die Zeit bis zum Vortrag überbrückt (ich war beeindruckt von ihrem Beamer - den musste ich nur anschließen und er hat direkt meinen Bildschirminhalt projiziert, auch schon beim Hochfahren mit der feinen Wackelaugen-Suse) und dann gesprochen. Vor einem vollen Raum - aus irgendeinem Grund sind an dem Tag besonders viele Leute gekommen, so dass quasi alle Sitzplätze besetzt waren.
Danach sprachen wir noch etwas, inbesondere über Details der Stelle und ich hab mal angesprochen, wann ich denn so da sein müsste. Die Antwort war im Grunde "ist uns völlig Wurst, wann du da bist, solang du genug Arbeit lieferst". Zu den Meetings sollte ich da sein und es sei nicht besonders sinnvoll, wenn ich nur nachts im Institut sei, wenn sonst keiner da ist, aber an sich könne ich mir das aussuchen. Yeah! Da ich etwa zweieinhalb Stunden von Aufstehen bis da ankommen brauche.. ist das schon gut.

Dann sind Freund und ich für eine Woche in Urlaub gefahren. Nach Domburg, in Zeeland. Sehr nett, ein Studio, mit Badewanne! Und mit "Haustiere verboten - mit Ausnahme von Pferden", da es hinterm Haus einen Stall gab. Mit Katze natürlich, die wir irgendwann gefunden haben. Und es gab Meer und Dünen und Wald und die ersten paar Tage auch was ich am Mittelmeer Mistral genannt hätte - ein Wind, der einen innerhalb von Minuten mit Sand bedeckt hätte, wenn man sich an den Strand gelegt hätte. Die zweite Hälfte der Woche war weniger windig und mit gutem Wetter. Wir haben uns gut erholt.

Kurz vor dem Urlaub habe ich noch an meine Krankenkasse einen Brief vom Jobcenter weitergeleitet, in dem meine Sachbearbeiterin sie um Geduld bittet, damit sie keine Beiträge von mir wollen, solang noch nicht entschieden ist, ob ich Leistungen kriege. Mit nur einem Post-it, dass ich das als Widerspruch zu ihrer Forderung sende, ich solle für die letzten Monate die Beiträge auf einmal nachzahlen.
Und direkt danach kam der Ablehnungsbescheid vom Jobcenter. Yeah. Nicht, dass ich nicht damit gerechnet hätte, aber wenn der ein bisschen später gekommen wäre, hätte ich den Urlaub noch etwas besser genießen können...

Während des Urlaubs kam dann von der Krankenkasse eine Mahnung, mit Mahnungsgebühren von dreifuffzich oder so und "1%" irgendwas.. Zinsen oder so, auf jeden fehlenden Beitrag - aufgeführt mit 1€ jeweils, obwohl die Beiträge sowas wie 149,xy pro Monat betragen. Seltsam, aber gut. Dazu rief mich dann eine Dame an, die wissen wollte, ob mein Widerspruch der Einordnung in die freiwillige Versicherung gelte oder nur der Höhe der Beiträge. Im Gespräch kamen wir dann dahin, dass es doch möglich ist, die Beiträge zu stunden - was mir eine andere Mitarbeiterin als 'geht nicht' dargestellt hatte - und dass ich da einfach einen Brief schicke, ein Zahlungsziel angebe, und dann machen die das. Und schreiben das auch schon direkt in meine Akte, damit keine zweite Mahnung rausgeht. Da fielen dann 0,5% Zinsen pro Monat an - aber das ist ja echt lächerlich wenig und die 5-10€ Mahngebühren, Zinsen und sonstwas ist es mir auch wert, damit keinen weiteren Ärger zu haben. In der Mahnung hatten sie auch Sanktionen angedroht - die können die Leistungen auf 'nur bei akuter Erkrankung und Schmerzen' oder sowas runterkürzen.

Dann war eine Freundin in der Nähe zu besuch, Katzen hüten - die haben wir einmal dort besucht und die Katzen gestreichelt und sind mit ihr ans Steinhuder Meer gefahren (und ich bin drin geschwommen). Einmal hat sie mich hier besucht und ein weiteres Mal haben wir uns in Hannover getroffen und sind in die Herrenhäuser Gärten gegangen (die im Sommer wirklich beindruckender sind als im Frühling).

Und dann war gestern der große Tag; mein erster Tag im neuen Job - er war ziemlich genau so, wie ich's mir vorgestellt habe. Mit kleinen Änderungen, aber im Großen und Ganzen schon. Ich hab meinen Vertrag unterschrieben, ich hab eine Gästekarte gekriegt, weil man für seine Mitarbeiterkarte erst irgendwo in die Verwaltung muss und da von denen fotographiert wird.. etwas wirr, und die Frau da für einen Termin zu erreichen hat auch Stunden gedauert (drei bis vier) - aber Montag morgen kann ich da vorbeigehen und dann hab ich hoffentlich bald eine eigene Karte.
Dann haben sie mir ein Büro organisiert - für etwa anderthalb Monate hab ich ein total schönes, großes Einzelbüro (inklusive Schrank für Klamotten, mit Spiegel innen an der Tür XD) mit viel Licht, viel Platz und eigenem Whiteboard an der Wand. An der Tür steht zwar der Name eines männlichen Postdocs, aber der ist wohl schon seit drei Jahren nichtmehr da. Im Oktober irgendwann komme ich dann zu anderen Leuten aus meiner Gruppe in ein Büro - dann bin ich nicht mehr auf einem anderen Gang als alle anderen und kann mich bei Fragen gleich an andere wenden.
Computerzugang hab ich noch nicht - man muss online eine Benutzerkennung beantragen, was ich heut bei der Vertretung des eigentlichen Menschen am PC gemacht habe. Mal sehen, wann und in welcher Form sie sich da bei mir melden... Bis dahin kann ich mich aber wohl mit meinem Laptop einfach ans Netz hängen - dann komm ich zwar wohl nicht ins interne Netz, aber ganz normales Internet sollte ich da kriegen. Wir werden sehen. Internetzugang und Suse war noch nie so einfach, wie ich mir das vorgestellt habe.
Und weil ich keinen Computer habe, hat mir S. einfach 160 Seiten Kram, den ich lesen soll, ausgedruckt und mir im Grunde gesagt, ich brauche erst nächste Woche Mittwoch wiederkommen und dann sprechen wir darüber. Meetings und Seminare sind derzeit keine, weil sowieso 80% der Leute im Urlaub sind und ich kann ruhig zu Hause bleiben... Montag und Dienstag muss ich wegen Terminen eh nach Göttingen, aber ich war heute nicht dort.
Es kam mir zwar seltsam vor, gleich am zweiten Tag im neuen Job einfach nicht hin zu gehen, aber sie haben es von selbst angeboten. Und von den Arbeitszeiten her ist's auch in Ordnung, denn im Vertrag stehen 26,67 Stunden pro Woche und mein Plan derzeit sieht eher 35 vor.
Mit Lesen denke ich, bin ich (obwohl ich laaaahm war), eher schneller als S. erwartet - jedenfalls hab ich, wenn ich weiter so schnell lese, noch höchstens zwei Tage was zu tun mit dem, was er mir gegeben hat. Das heißt, selbst wenn der Stoff schwieriger wird und ich nicht besser drin werde, am Stück zu lesen, hab ich noch Puffer.
Insgesamt war gestern ein schöner Tag - auch vom Wetter her, ich hab von meinem Schreibtisch aus dem Fenster vor allem blauen Himmel mit ein paar perfekten weißen Wölkchen gesehen.

Heute habe ich dann morgens noch schnell einen Widerspruch gezimmert, ihn gedruckt und bin zum Jobcenter gefahren. Dort habe ich - nach nur etwa einer halben Stunde Schlangestehen - meinen Arbeitsvertrag kopiert und dann beides abgegeben und nach einer einfachen Bescheinigung gefragt, dass ich die letzten vier Monate arbeitssuchend war. Dafür hat mir die Dame am Empfang ein Nümmerken gegeben und ich durfte warten. Mehr als eine Stunde lang. Um dann bei einer Dame zu landen, die erst Erklärung brauchte, was ich will, dann ihren Vorgesetzten Fragen musste, was sie da tun kann, und mich dann informierte, wenn ich sowas wolle müsse ich wohl zur Agentur für Arbeit gehen. Die natürlich schon zu hatte, "aber vielleicht können Sie sich ja nochmal frei nehmen". *augenroll* Srsly, die sind sowas von unfähig - kann doch eigentlich nicht so schwer sein, ein Stück Papier mit ihrem Zeichen drauf zu nehmen und kurz was zu tippen "hiermit bescheinige ich, dass Frau XY vom blablatenbla bis zum yaddayaddatenyadda arbeitssuchend war, gezeichnet AB" oder so. *seufz* Und selbst wenn sie's nicht können, könnte sowas nicht vllt. die Frau am Empfang wissen?

Nunja, damit konnte ich aber heute noch eine Wäsche waschen und aufhängen, das Abendessen vorbereiten, so dass es Kürbisrisotto gab, und zum Tanzen gehen. Und morgen fahre ich mit Laptop nach Göttingen und schaue mal, ob das tatsächlich geht, mich einfach ans Netz zu hängen.

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