Mittwoch, 2. Februar 2011

Grapefruitmarmelade

Ich habe Marmelade gemacht! Am Sonntag. Und jetzt Bilder davon auf dem Computer:




Und weil ich zu faul bin, alles nochmal zu tippen, kopiere ich meine Rezeptbeschreibung aus der Grünen Hölle hierher:

"Ich habe Grapefruitmarmelade gekocht!
Zwei Gläser ungiftige und ein und ein bisschen Glas mit Gift (lies: Schale).

Ich habe mich grob an diesem Rezept orientiert - mir aber noch einige andere angesehen und ausgiebig mit meiner Mutter unterhalten. Vor allem habe ich keine Vanille reingetan. Passtjamagaaanich!

Ich nahm also:

* 8 Grapefruits (behandelt, weil billig)
* ein Päckchen 3:1 Gelierzucker (von der Firma aus der nonexistenten Stadt, 500g)
* und eine Menge Kram, in einer sauberen Küche


Wie in dem Rezept habe ich vier Grapefruits ausgepresst und von vieren das Fruchtfleisch von dem anderen Kram befreit. Zweiteres ist eine eher langwierige Arbeit. Es lohnt sich, anders als ich, dafür eine bequeme Haltung einzunehmen.
Da ich gern Schale in meiner Marmelade haben wollte, hatte ich im Fragenthread gefragt, ob ich die Chemie auf derselben loswerden könne (bzw. mitessen). Da dort jemand meinte, mit heißem Wasser könne man zumindest das Wachs runterholen und meine Mutter das auch meinte, ich aber wegen der restlichen Chemie unsicher war, habe ich beschlossen, zwei Sorten zu machen: mit Schale und ohne Schale.
Also habe ich die Grapefruits heiß abgewaschen. Da sie danach immernoch so.. wachsig aussahen, habe ich mir Wasser gekocht und sie überbrüht und dann abgerieben - und danach sahen sie tatsächlich irgendwie.. gesünder aus. (Die Oberfläche sah merklich anders aus als vorher.)
Von einer habe ich dann die Schale abgemacht - mit einem Schäler, den wir sonst nie benutzen, weil er vor der Klinge so einen Klingenkamm hat, der die Schale vor dem Schälen in ca. 2mm breite Streifen schneidet. Ist sonst eher ätzend - hier hat es genau das getan, was ich wollte.
Im Nachhinein betrachtet hätte ich nur eine Grapefruit gründlich waschen müssen: die Schale einer Grapefruit ist genug bis reichlich.

Dann habe ich den Saft und das Fruchtfleisch zusammen gewogen und ausgerechnet, wieviel Zucker ich brauche. (Ich hatte 940g und habe 315g Zucker genommen.)
Den Zucker dazugekippt und, wie hinten auf der Packung für stückige Aufstriche steht, 3-4 Stunden ziehen lassen. (Es waren eher fünf, meine Mutter lässt sowas über Nacht stehen.. länger scheint nicht schlimm zu sein.)
Ich habe einen Teil abgezweigt und mit den Schalen in einer kleineren Schüssel separat ziehen lassen.

In der Zeit die Küche putzen! Noch ist der Kram nicht angetrocknet und deutlich leichter zu entfernen als später.
Auch jetzt: die Gläser, die man nehmen will, mit ca. 2 Fingern hoch Wasser drin und mit den Deckeln aufliegend, in die Mikrowelle stellen.
So hat meine Mutter es mir geraten. Sie sagte, das dauert ewig, bis das Wasser kocht - und es dauert wirklich ewig! Ich hätt nicht gedacht, dass Wasser in der Mikrowelle so langsam kocht. Wobei unsere auch nur 500Watt hat, aber es waren so um die 10 Minuten. Angemacht habe ich das kurz bevor ich die Frucht-Zucker-Mischung auf den Herd gestellt hab.
Und: wer keinen so Plastikring hat, den man auf Gläser legen kann, damit man das Gewinde nicht versaut beim Einfüllen, kann in der Wartezeit einen aus beschichteter Pappe oder sowas basteln, der auf die kleinste Glasöffnung abgestimmt ist.

Einen großen Topf nehmen, die Mischung reinkippen und zum kochen bringen. Viel rühren! Wenn es kocht, weiterrühren und für drei Minuten kochen lassen.
Ich hab mir einen Wecker gestellt, es aber nicht direkt vom Herd genommen.
Nach den drei Minuten habe ich eine Gelierprobe gemacht (etwas von dem Schlonz auf ein Tellerchen geben, draufpusten, Teller neigen, ob's noch fließt - fertig isses - Überraschung - wenn's geliert und eben nichtmehr fließt), das Zeug war gut.

Ich habe mir auf der Seite vom Herd, die ich nicht benutzte, drei Lagen Küchenpapier hingelegt, auf die ich die Gläser dann zum Befüllen gestellt habe.
Also: wenn das Zeug gut ist, Mikrowelle auf, mit Topflappen ein Glas rausnehmen, Deckel abnehmen und auf's Küchenpapier legen, Wasser auskippen, Glas neben den Deckel stellen, Einfüllhilfe drauflegen und Marmelade reinfüllen. (Ich habe dazu eine Suppenkelle genommen.) Wiederholen, bis die Marmelade abgefüllt ist.

Als ich zwei Gläser voll hatte, war nurnoch wenig übrig und ich habe den Kram mit den Schalen dazugegeben. Ich hab es nochmal aufkochen lassen für drei Minuten und dann in ein Glas gefüllt. (Das reichte nicht, also hab ich noch ein viertes bis so zu nem Viertel gefüllt.)

Viele Rezepte sagen einem, man solle den Schaum, der sich beim Kochen bildet, abschöpfen ehe man die Marmelade abfüllt. Hab ich nicht gemacht. Wäre auch garnicht gegangen, weil ich dann die Hälfte meines Fruchtfleisches in einzelnen Zellen mit abgeschöpft hätte.
Aber wenn ich das richtig verstanden habe, in einem Nebensatz eines englischen Rezeptes irgendwo, dann dient das dazu, dass die Marmelade nicht irgendwie trüb wird. Klang jedenfalls nach einem ästhetischen Grund - aber ich finde meine Marmelade auch so hübsch. Und außerdem will ich sie essen, nicht anschauen."

In einem folgenden Post wurde ich darauf hingeswiesen, dass das Ding, das ich zum Schneiden der Schale genommen habe, ein Julienneschneider ist. Mit dem Zusatz "(Hier irrt übrigens die Wikipedia, die meint, ein Julienneschneider sei dasselbe wie ein Zestenreißer. Ist es nicht, sie sehen unterschiedlich aus und tun unterschiedliche Dinge. Die Google-Bildersuche kriegt das besser hin.)".

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