... möchte ich versuchen, heute doch noch was zu Dresden zu schreiben.
Zunächst einmal: man soll nicht nach Dresden. Das habe ich zuerst erfahren, als ich nachsah, wie ich denn nach Dresden käme, wenn ich meinen Anschluss in Magdeburg verpasse - da ich planmäßig 6 Minuten zum Umsteigen hatte, wollte ich gewappnet sein. Ich habe dann gesehen, dass man später... quasi garnicht mehr hinkommt. Ich glaube, an dem Tag gab es einfach keinen IC mehr und die vorgeschlagene Verbindung war, mit einem RE irgendwohin zu fahren, von dort aus einen Bahnersatzbus nach sonstwohin zu nehmen und von dort aus wieder einen RE zu nehmen. Da ich eh schon eher spät ankam und meine Pension nur bis 22h offen haben sollte, war das nicht wirklich eine Option. Also dachte ich mir, hoffe ich das Beste und wenn's schief geht, muss ich eben bei der Bahn motzen, dass die das regeln sollen.
Dann kam ich am Samstag an den Bahnhof. Um 15:36 sollte mein Zug fahren, ein IC, von Gleis 11. Als wir ankamen, war auf Gleis 11 ein ICE nach Berlin angeschlagen, der um 15:31 fahren sollte - mit 'ca. 5 Minuten Verspätung'. Äh, und mein Zug? Eine Durchsage erklärte uns, dass der ICE ursprünglich auf Gleis 10 fahren sollte (ein Blick zeigte, dass dort ein Güterzug stand - was wohl der Grund für den Gleiswechsel war), jetzt aber auf Gleis 11 führe und 5 Minuten Verspätung habe. Die nächste Durchsage informierte uns, dass mein IC direkt danach käme, mit dann 10 Minuten Verspätung. Ja, klasse, bei 6 Minuten Umsteigezeit in Magdeburg.
Zum Glück hatte ich Freund dabei, der sich gut beschweren kann. Also sind wir zu dem Cluster Bahnangestellte gegangen, die in ihrem Häuschen rumhingen und haben mit denen geredet - der eine meinte, der IC würde die 10 Minuten bis Magdeburg locker wieder reinholen, ich würde schon sehen. Tat ich dann aber nicht, da mich die netten Leute auf den ICE umbuchten und mir eine Verbindung über Berlin raussuchten. Mit der war ich zwar etwas später in Dresden, aber auch deutlich sicherer - ich hatte letztendlich gut anderthalb Stunden zum Umsteigen.
Und so kam es, dass ich in Berlin Hauptbahnhof saß und mich fragte, wie zum Geier ich da hingekommen war, wo ich doch nur über Magdeburg nach Dresden fahren wollte.
Dann kam ich in Dresden an, müde und später als gewollt, aber heil und mit allen meinen Sachen.
Und stellte fest, dass Dresden nicht wirklich Touristen will. Im Bahnhof gab es an zwei Seiten Ausgänge, die beide mit Schildern für Straßenbahnen ausgestattet waren. Und, wie ich dann feststellte, beide zu zwei verschiedenen Stationen 'Hauptbahnhof' führten, an denen verschiedene Linien fuhren. Ich hatte natürlich erstmal den falschen gewählt. (Man kann ja drinnen auch nicht dranschreiben, zu welchen Straßenbahn- und Buslinien man an diesem Ausgang kommt. Wär ja zu einfach.)
Als ich den richtigen gefunden hatte, stand ich vor der Schwierigkeit, einen Fahrkartenautomaten zu finden - irgendwie war da, wo auf ihrer Karte einer eingezeichnet war, keiner - ich musste auf die andere Seite und verpasste erstmal eine Bahn der richtigen Linie. Was nichts hätte machen sollen, denn ich wollte eh die nächste nehmen. Hätt ich mich mal beeilt..
Ich fuhr dann mit der Bahn eine Station oder zwei, und wollte dort in den Bus umsteigen. Ich hatte 12 Minuten. Ich sah mich also nach einer Bushaltestelle um. Ich fand zunächst keine, dann eine, an der die falschen Linien hielten. Es wurde spät, ich wurde verzweifelt und rief Freund an. Der konnte mir nur beschreiben, was er auf der Karte sah, und die Straßen, die er mir beschrieb, passten irgendwie garnicht zu denen, die ich sah. Was damit zu tun hatte, dass es dort zwei Ebenen Straßen gab, und er mir nur die obere beschrieb, während ich auf der unteren stand. Ich bin dann, auf gut Glück, eine Treppe hoch gegangen und sah meinen Bus noch von hinten. Danke auch an die Verkehrsbetriebe dort, die nicht auf die Idee kommen, einem dort vielleicht ein Schild hinzustellen, wo man zum Bus kommt. Weiß ja jeder. Es würden ja niemals nachts Touristen ankommen, die das erste Mal in Dresden sind und vielleicht in ihr Hotel wollen, die nicht wissen, dass man da eine Treppe hoch muss. Argh!
Ich musste also eine halbe Stunde auf meinen Bus warten und Freund bitten, bei der Pension anzurufen und die zu bitten, auf mich zu warten, auch wenn ich zu spät komme. Was sie übrigens ohne Weiteres getan haben - die Pension war wirklich nett! Ich war in der Pension am Südwesthang und kann sie weiterempfehlen. Sie liegt zwar etwas abseits - mit dem Bus sind's aber auch nur 20 Minuten in die Stadt. Der Eingangsbereich unten roch etwas nach Rauch, aber das Treppenhaus und der ganze erste Stock, wo mein Zimmer lag, war rauchfrei. Das Zimmer war ein Doppelzimmer, in dem nur ein Bett bezogen war - mit eigenem Bad mit Klo und Dusche, mit einem Tisch mit zwei Stühlen, einem Schrank, einem Fernseher und - was mich sehr freute - mit einem kleinen Kühlschrank. Zum Frühstück kann ich nichts sagen, da mir das Institut kein Essen zahlte und ich mein Frühstück deswegen aus mitgebrachtem Brot und Schokozeug gemacht habe, aber der Gastraum, in dem es Frühstück gab, sah nett aus und die Frühstücksreste, die ich am Freitag dort sah sahen so aus, als sei es ordentlich. Das Haus war ein wenig hellhörig, was mich aber nicht so sehr störte - ich bin da nicht so empfindlich. Jemand, der da empfindlicher ist, bräuchte vielleicht Ohrstöpsel. Es könnte aber auch nur an den anderen Tagungsteilnehmern gelegen haben, die dort auch untergebracht waren - die kamen schonmal was später heim (und ich war nicht unbedingt richtig früh da, es war immer schon abgeschlossen) und waren eher ausgelassen.
Als ich bie der Pesion ankam, öffnete mir ein Herr, ich nehme an Herr Holz und entschuldigte sich - ihnen sei grad die Heizung ausgefallen. Es war ihm ziemlich peinlich, aber ich muss sagen - ich habe davon garnichts gemerkt. Es war noch warm als ich kam und er bat mich, das Rollo am Sonntag zu zu lassen, wodurch es auch Sonntag abend noch für mich angenehm warm war. Und Montag wurde dann die Heizung wohl repariert, jedenfalls wurde der Heizkörper wieder warm, wenn er an war. (Da ich's eher warm fand, hab ich ihn meist ausgelasen.)
So war ich also angekommen, und sehr froh, endlich allein in einem ruhigen Zimmer zu sein und mich entspannen zu können. Sechseinhalb Stunden hatte ich mich gefragt, ob ich ankomme, ob alles glatt geht, ob nicht doch irgendwo noch irgendwas schief geht.. es war toll, da zu sein und einfach erstmal auf Klo gehen und mich hinlegen zu können.
Ich habe dann auch eher früh geschlafen und mich am nächsten Tag aufgemacht in die Stadt. Ich war ja extra einen Tag früher gekommen, um mir die Stadt und ein paar Museen ansehen zu können.
Ich machte mich früh auf (ich glaube, um neun), und traf am Bus eine nette Dame, die mir Tips gab, wie ich am besten in die Stadt käme. Was sie mir riet war sinnvoll, wenn ich auch das Umsteigen hätte einsparen können und zu Fuß gehen (von Prager Straße nach Postplatz kann man in 5-10 Minuten laufen). Sie sagte mir dann auch, wie ich zum Grünen Gewölbe komme, wovon ich dachte, das würde ich nicht brauchen, da das wohl ausgeschildert wäre.. ich hatte wieder angenommen, Dresden wolle Touristen.
In Dresden gibt es aber kaum Wegweiser. Dafür stehen an vielen Stellen so.. etwas wie ein Schild, aber vom Boden an schon so breit wie oben. Und diese Dinger zeigen vollkommen nutzlose Karten. Ich hab noch nie vorher einen Plan gesehen, der mir so wenig sagte. Und die stehen überall und sehen so aus, als seien sie nicht unbedingt billig gewesen - aber sie sagen einem nicht wirklich, wo man ist, und sie sagen einem keine Straßennamen und ich sehe einfach nicht, wie sie jemandem, der nicht eh schon weiß, wo er ist und wie er an sein Ziel kommt, irgendwie helfen könnten.
Nun, ich kam aber zum Museum und habe mir eine Karte für's Neue Grüne Gewölbe und die Türckische Cammer gekauft (das ist eine Karte) und hatte einen echt tollen Tag! Beide Museen sind sehr interessant und zeigen viel shiny; Waffen, Schmuck, Ziergegenstände.. sehr beeindruckend und sehenswert! Wenn ich wählen müsste, würde ich das Neue Grüne Gewölbe eher ansehen als die Türckische Cammer, aber ich hatte ja zum Glück Zeit und konnte mir beides ansehen - auch wenn ich zum Schluss hin ziemlich müde und nichtmehr sehr aufnahmefähig war.
Nach dem Museum bin ich zur Uni gefahren, um einzuchecken und so die Tagung offiziell zu beginnen. Schon die Bahn, mit der ich da hinfuhr war voller Physiker. Erkennbar vor allem an den Posterrollen, aber auch sonst am Gepäck. Und an den Gesprächen. Es hat mich beruhigt, zwischen vielen.. 'verwandten' Leuten zu sein.
Dann habe ich eingecheckt, meine Unterlagen und meine Tasche bekommen und habe überlegt, wie ich meine Leute finden könnte. Ich hatte Glück und sie kamen nach mir, so dass ich sie an K.s Hut erkennen konnte. Dann ging's zum Begrüßungsabend in den Mensen - wo sie uns Essen und Getränke gegeben haben und ich zum ersten Mal an dem Tag wirklich was gegessen habe. Und es war lustig und gesellig und ich war sehr, sehr froh, meine Gruppe getroffen zu haben.
Danach bin ich ins Hotel gefahren und habe mir ein mehr oder weniger endgültiges Programm für Montag gebastelt und bin recht früh schlafen gegangen - wie eigentlich die ganze Woche dann. Die Tagung hat mich eigentlich jeden Tag fertig gemacht. Nicht, weil es wirklich anstrengend gewesen wäre, rumzusitzen und Vorträge zu hören, sondern vor allem, weil es eine riesige Tagung mit über 7500 Leuten war, was laut und hektisch ist und man ist ständig von vielen Menschen umgeben. Nach der Woche war ich nurnoch froh, daheim zu sein und die Möglichkeit zu haben, mich zu weigern das Haus zu verlassen. (Habe ich nicht, aber zu wissen, dass ich könnte war sehr entspannend.)
Die einzelnen Tage werde ich nicht im Detail beschreiben - ich erinnere mich nicht im Detail und es ist nicht so spannend. Ich habe vor allem Vorträge gehört, ob ich sie verstanden habe oder nicht. Gute Vorträge und schlechte Vorträge. Dazwischen immer die Suche nach heißem Wasser für Tee - sie haben erstaunlich oft geschafft, keins mehr zu haben. Ich hätte von einer Tagungsleitung eigentlich erwartet, dass sie spätestens Mittwoch begreifen, dass sie mehr heißes Wasser brauchen und das dann auch besorgen, aber anscheinend nicht. Sehr ärgerlich. Dabei sagten sie am Mittwoch beim Festakt, dass Dresden das jetzt schon zum fünften Mal macht - da sollten sie's doch eigentlich besser können, oder? Und Kekse gab's auch keine. (Bei uns gab's an den Kaffeeständen Kaffee, Tee, Wasser und Kekse.) Dafür hatten sie Stände, die irgendeine Firma betreut hat, die recht günstig Essen verkauften - aber natürlich in begrenztem zeitlichen Rahmen. Ich hab da allerdings zweimal ein Paar Wiener mit Brot, Ketchup und Senf gegessen, für 1,50€, als Mittagessen. Fand ich in Ordnung.
Besonderes waren in der Woche der Einstein-Slam am Montag abend, der völlig überlaufen war, aber ein paar sehr gute Beiträge hatte (von den sechs Beträgen fand ich drei bis vier gut). Ich hab zwar nichts sehen können, aber es hat sich gelohnt, sich trotzdem reinzuquetschen und halb zu ersticken ^^
Am Donnerstag vormittag gab's nichts Interessantes, was ich hören wollte, also habe ich mir Mittwoch abend eine Karte für 10:30 für's Historische Grüne Gewölbe gekauft - und das ist wirklich, wirklich beeindruckend! Ich habe da so vier Stunden oder so drin zugebracht und mir alles angesehen, auch die ganzen Sachen, die der Audioguide (mein erster überhaupt!) nicht beschrieben hat. Es ist wirklich überwältigend. Ist ja auch so gedacht. Und ich war froh, dass ich das Neue Grüne Gewölbe zuerst besichtigt hatte, denn so wusste ich ein paar Sachen und konnte ein paar Exponate besser einordnen. Ich denke, es war auch gut, dass ich früh und an einem Tag nahe der Wochenmitte da war - schon so haben mich die anderen Besucher etwas gestört, aber ich denke, es waren nicht so viele, wie sie reinlassen (also, nicht alle Karten des begrenzten Kontingents wurden verkauft). Ganz allgemein aber würde ich sagen: wenn man sich das ansehen kann, sollte man es tun. Es ist großartig!
Am Freitag bin ich dann zurück gefahren - und mit einigen anderen ausm Institut in einem völlig überfüllten ICE gelandet, wo wir die ganze Fahrt im Speisewagen saßen, weil sonst alles voll war. Aber es hat gereicht, dass wir alle am Anfang der Fahrt was bestellt haben.
Und dann waren wir wieder in Hannover und Freund hat mich abgeholt und es war toll, wieder daheim zu sein und ein ruhiges Wochenende vor mir zu haben.
Ganz allgemein zu Dresden wollte ich noch was schreiben. Dresden hat einen ganz eigenen Charme.
Zuerst hat mich genervt, dass es so schlecht ausgeschildert ist. Dann fiel mir auf, dass die historischen Gebäude alle.. schwarz sind. Die Steine sind angelaufen und die ganzen Gebäude wirken finster und irgendwie dreckig. Im krassen Gegensatz dazu glänzt alles, was Gold ist, ganz neu und frisch.
Dann fiel mir sehr auf, wie durcheinandergewürfelt alles ist: direkt neben den historischen Gebäuden stehen hässliche Beton-Wohnblöcke und daneben gibt's dann super-moderne Malls (am Prager Platz gibt's sowohl nördlich als auch südlich direkt je eine riesige Mall!). Wenn man sich dran gewöhnt hat, hat das einen gewissen Charme, aber zu Beginn hat es mich sehr irritiert und verwirrt. Ich konnte irgendwie erstmal mit der Stadt nichts anfangen.
Als ich mich dran gewöhnt hatte, hat mir die Stadt gut gefallen (auch in regnerischem Nieselwetter) und ich hätte gern noch etwas mehr Zeit (und Geld) dort gehabt. Grade die Neustadt habe ich nur einmal kurz gesehen - und bin dabei nicht die eine riesige Straße langgegangen, die eine Fußgängerzone ist. (Ich habe sie auf einer Karte gesehen und, weil sie so breit war, für eine wahrscheinlich vierspurige Autostraße gehalten. Ich kam allerdings am unteren Ende vorbei und stellte fest, dass es eine riesige Fußgänger-einkauf-Straße ist.)
Ansonsten ist in Dresden - bis auf fehlende Ausschilderung - der ÖPNV sehr gut organisiert und ich hatte den Eindruck, dass kaum mal was verspätet fährt (vielleicht war ich auch zur falschen Zeit unterwegs). Es gibt einige Punkte, wo Busse zB aufeinander warten, Stellen mit garantiertem Anschluss. Und die Busse haben vier Türen! Ich habe nur Gelenkbusse gesehen und die hatten je vorn und hinten zwei Türen. Und wenn die Türen schließen, gibt es ein Geräusch, dass man jetzt nicht mehr ein- oder aussteigen soll. Ich glaube, es ist das gleiche, aber jede Tür hat es in einer anderen Höhe. Vielleicht täusche ich mich auch. Die Busse und Bahnen waren.. sehr warm. Ich habe immer beide Jacken, den Schal und die Mütze ausziehen müssen, wenn ich mich gesetzt habe, sonst war ich klatschnass geschwitzt nach nur zwei Stationen.
Achja, am Prager Platz gibt es einen großen Spielplatz! Den fand ich toll - ich habe geschaukelt und wenn das Wetter nicht so schlecht gewesen wäre, wäre ich Donnerstag nochmal hingegangen, um Trampolin zu springen. Ich wünschte, so einen tollen Spielplatz gäb's hier so nah an der Innenstadt und dem Bahnhof..
So, und jetzt packe ich für Karlsruhe, befreit von den ganzen Erinnerungen an Dresden, und offen für Neues. Aber ich fürchte, in Karlsruhe ist die Tagung spannender und ich werde weniger Zeit für die Stadt haben - frei scheine ich nur Montag vormittag zu haben. Und es sieht nicht so aus, als bekämen wir ein Ticket für den ÖPNV.. Ich denke, ich werde auf eigene Kosten am Montag nach Durlach und zurück fahren, weil's da schön sein soll und Freunds Großeltern da herkommen und ich, wenn ich kann, Fotos machen will. Aber ansonsten werde ich wohl eher zwischen JuHe und Uni pendeln, mit Abstechern zum Gschwendner und zu Aldi (Aldi süd! Yay!).
Samstag, 26. März 2011
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